Nach dem Umzug der gesamten Primarschule in den Neubau steht das bestehende Primarschulhaus  ab 2021/22 für die Nutzung durch die Oberstufe an der Kl. Kreuzzelg zur Verfügung. Das Wachstum der Oberstufe wurde noch in der Planung 2017  mit einem Plus von 4 zusätzlichen Abteilungen (vgl.SRP, Mellingen-WohlenschwilSchlussbericht, 31.5.17, S.12) vorausgesagt. In den Unterlagen zum Antrag Baukredit vom Sommer 2018 (vgl. Erl. GV, 13. 6.18, S.11) war für die Oberstufe nur noch ein Wachstum um 1 Abteilung ausgewiesen. Im alten Schulhaus der Primarschule werden aber Kapazitäten für 9-10 Schulklassen frei, die nach dem Umzug der Primarstufe durch die Oberstufe genutzt werden sollen. Die Oberstufe wird auch weiterhin gleichzeitig das bestehende Oberstufenschulhaus nutzen können (bisher 14 Abteilungen).

Für den Neubau gibt es selbstverständlich ein ausgefeiltes Raum- und Nutzungskonzept, eingebettet in eine ansprechende Architektur. Davon konnten sich die Anwesenden an der Information  vom 26. Mai überzeugen. Wo aber bleibt das Nutzungskonzept für den freiwerdenden Schulraum? – immerhin Schulräume inkl. Aula in denen bisher 9-11 Primarabteilungen unterrichtet wurden! Ein Gesamtkonzept Schulraumplanung muss selbstverständlich auch die freiwerden Kapazitäten einbeziehen, sonst steht das Projekt nur auf  „einem Standbein“: dem Neubau. Bereits bei der Rückweisung des Planungskredits an der GV vom November 2017 wurde ein schlankeres Neubauprojekt gefordert. Der Gemeinderat wollte davon nichts wissen, die GV folgte im Sommer 2018 und stimmte dem Planungskredit für das unveränderte Projekt im 2. Anlauf zu. „Schulraum auf Vorrat „ sollte Mellingen in Zeiten knapper finanzieller und ökologischer Ressourcen nicht aufbauen, dass es trotzdem geschieht ist bedenklich und wird die Finanzkraft der Gemeinde überfordern. 

Die CVP-Mellingen empfiehlt der GV vom 26. Juni 2019 dem Baukredit für den Neubau Primarschulhaus trotz dieser undurchsichtigen und widersprüchlichen Planung zu zustimmen – der aufgebaute Zeitdruck und das Wohl der Schule Mellingen machen ein „JA“ zu dieser Masslosigkeit leider alternativlos. Der Gemeinderat stellt damit die Stimmenden zum wiederholten Mal vor vollendete Tatsachen. Eine nachhaltige, haushälterische und ressourcenschonende Raumnutzung, -bewirtschaftung und -planung ist in Mellingen leider seit Jahren ein Fremdwort. Der Gemeinderat steht nun in der Pflicht ein transparentes, überprüfbares, breit abgestütztes Konzept für die Nutzung der freiwerdenden Kapazitäten im bestehenden Primarschulhaus ( neu: 2. Schulhaus der Oberstufe) vorzulegen. Ob er dazu willens und in der Lage ist, darf nach den Erfahrungen der letzten Jahre bezweifelt werden.

Für die CVP-Mellingen

Hanspeter Koch